Wenn Menschen an gutes natives Olivenöl extra denken, denken viele automatisch an Italien. Die Toskana, Umbrien oder Apulien rufen sofort Bilder von sanften Hügeln, jahrhundertealten Olivenbäumen und handwerklichen Produzenten hervor. Doch die Realität ist überraschender, als viele denken.
Ein erheblicher Teil des Olivenöls, das weltweit als italienisches Olivenöl verkauft wird, stammt nämlich ganz oder teilweise aus Spanien.
Das bedeutet nicht, dass italienisches Olivenöl schlecht ist. Im Gegenteil. Aber es zeigt, wie der internationale Olivenölmarkt wirklich funktioniert.
Als Inhaber von Casa Gomez besuche ich regelmäßig Produzenten in Spanien. Meine Familie stammt aus der Sierra de Segura in Andalusien, einer der wichtigsten Olivenölregionen der Welt. Dadurch sehe ich aus nächster Nähe, wie spanisches Olivenöl seinen Weg zu Konsumenten auf der ganzen Welt findet – auch über Italien.
Mein Vater sagt auch immer, dass das Olivenöl aus der Region früher auch immer nach Italien exportiert wurde. Die Italiener sind viel besser in ihrem Marketing und man assoziiert Olivenöl mit diesen schönen sanften Hügeln in der Toskana.
Spanien ist mit Abstand der größte Produzent von Olivenöl
Viele Menschen denken, dass Italien der größte Olivenölproduzent ist. Das stimmt nicht.
Spanien produziert jährlich etwa 40 bis 45 Prozent des gesamten weltweiten Olivenöls. In guten Erntejahren ist das sogar mehr als die Hälfte der europäischen Produktion.
Insbesondere Andalusien ist für einen enormen Anteil davon verantwortlich. Provinzen wie Jaén, Córdoba und Granada bilden zusammen das Herz der weltweiten Olivenölproduktion. Die Provinz Jaén allein produziert oft mehr Olivenöl als ganz Italien.
Warum importiert Italien so viel spanisches Olivenöl?
Italien produziert ausgezeichnetes Olivenöl, aber einfach nicht genug, um die weltweite Nachfrage zu decken. Gleichzeitig sind italienische Marken weltweit enorm beliebt.
Deshalb importieren viele italienische Abfüller natives Olivenöl extra aus Spanien. Dieses Öl wird dann:
- mit italienischem Olivenöl gemischt;
- in Italien abgefüllt;
- unter einer italienischen Marke verkauft.
Dies geschieht völlig legal, solange die Herkunft korrekt auf dem Etikett angegeben ist.
Ist das Irreführung?
Nicht unbedingt. Gemäß den europäischen Vorschriften muss auf der Flasche deutlich angegeben werden, woher die Oliven stammen.
Du kannst zum Beispiel Texte finden wie:
- Mischung von Olivenölen aus der Europäischen Union.
- Mischung von Olivenölen aus Spanien, Italien und Griechenland.
- Abgefüllt in Italien.
- 100% italienisches Olivenöl.
- DOP/IGP-zertifiziertes italienisches Olivenöl
Die letzten beiden Punkte bedeuten tatsächlich, dass alle Oliven aus Italien stammen. „Abgefüllt in Italien“ sagt jedoch nur etwas darüber aus, wo das Öl abgefüllt wurde, nicht wo die Oliven gewachsen sind. Bei einem DOP/IGP kannst du sicher sein, dass es aus einer zertifizierten Region wie der Toskana stammt.
Bedeutet spanisches Olivenöl automatisch geringere Qualität?
Absolut nicht. Ganz im Gegenteil. Spanische Produzenten gehören heutzutage zu den meistprämierten der Welt. Jährlich gewinnen sie Dutzende internationaler Qualitätspreise.
Durch moderne Erntetechniken, schnelle Verarbeitung und viel Aufmerksamkeit für Qualität gehört Spanien geradezu zur Weltspitze.
Das sehe ich auch bei den Produzenten, mit denen ich zusammenarbeite. Sie ernten früh, pressen die Oliven oft schon innerhalb weniger Stunden und legen großen Wert auf Geschmack, Frische und natürliche Antioxidantien wie Polyphenole. Unsere Produzenten gewinnen daher regelmäßig Preise mit ihrem nativen Olivenöl extra, wie zum Beispiel das Agatha Ruiz de la Prada und das Saqura.
Worauf sollten Verbraucher achten?
Wenn du eine Flasche Olivenöl kaufst, schaue nicht nur auf die Vorderseite des Etiketts.
Überprüfe auch:
- die Herkunft der Oliven;
- ob es sich um natives Olivenöl extra handelt;
- die Ernteinformationen, falls angegeben;
- ob der Produzent transparent bezüglich der Herkunft ist.
Ein Produzent, der offen über die Herkunft seines Olivenöls ist, hat meist auch Vertrauen in sein Produkt.
Warum wähle ich bewusst spanisches natives Olivenöl extra?
Bei Casa Gomez verkaufe ich ausschließlich spanisches natives Olivenöl extra. Nicht, weil spanisches Olivenöl per se besser ist als italienisches. Sondern weil ich die Produzenten persönlich kenne.
Meine Familie hat ihre Wurzeln in der Sierra de Segura in Andalusien. Daher fühlt es sich für mich selbstverständlich an, mit Produzenten aus der Region zusammenzuarbeiten, die ich mein ganzes Leben lang kenne.
Für mich geht es bei gutem Olivenöl nicht um das Land auf dem Etikett. Es geht um die Qualität der Oliven, die Schnelligkeit der Verarbeitung, Handwerkskunst und vollständige Transparenz über die Herkunft.
Fazit
Italienisches Olivenöl kann ausgezeichnet sein. Spanisches Olivenöl ebenfalls. Das Wichtigste ist nicht, welches Land auf der Vorderseite der Flasche steht, sondern woher die Oliven wirklich stammen und wie das Öl produziert wurde.
Wer über das Etikett hinausblickt, entdeckt, dass ein großer Teil der weltweiten Top-Qualität einfach aus Spanien kommt.
Das ist etwas, worauf die spanischen Olivenbauern zu Recht stolz sein dürfen, und deshalb verkaufe ich es in meinem Webshop. Neugierig geworden? Bestelle hier eine Flasche spanisches Olivenöl oder Bio-Olivenöl hier.