Wenn Menschen an gutes natives Olivenöl extra denken, denken viele automatisch an Italien. Die Toskana, Umbrien oder Apulien rufen sofort Bilder von sanften Hügeln, jahrhundertealten Olivenbäumen und handwerklichen Produzenten hervor. Doch die Realität ist überraschender, als viele denken.
Ein erheblicher Teil des Olivenöls, das weltweit als italienisches Olivenöl verkauft wird, stammt nämlich ganz oder teilweise aus Spanien.
Das bedeutet nicht, dass italienisches Olivenöl schlecht ist. Im Gegenteil. Aber es zeigt, wie der internationale Olivenölmarkt wirklich funktioniert.
Als Inhaber von Casa Gomez besuche ich regelmäßig Produzenten in Spanien. Meine Familie stammt aus der Sierra de Segura in Andalusien, einem der wichtigsten Olivenölgebiete der Welt. Dadurch sehe ich aus nächster Nähe, wie spanisches Olivenöl seinen Weg zu Konsumenten auf der ganzen Welt findet, auch über Italien.
Mein Vater sagt auch immer, dass das Olivenöl aus der Region früher immer nach Italien exportiert wurde. Die Italiener sind viel besser in ihrem Marketing, und man assoziiert Olivenöl mit diesen schönen sanften Hügeln in der Toskana.
Spanien ist mit Abstand der größte Olivenölproduzent
Viele Menschen denken, Italien sei der größte Olivenölproduzent. Das stimmt nicht.
Spanien produziert jährlich etwa 40 bis 60 Prozent des gesamten Olivenöls weltweit. In guten Erntejahren ist das sogar mehr als die Hälfte der europäischen Produktion.
Insbesondere Andalusien ist für einen enormen Anteil davon verantwortlich. Provinzen wie Jaén, Córdoba und Granada bilden zusammen das Herz der weltweiten Olivenölproduktion. Allein die Provinz Jaén produziert oft mehr Olivenöl als ganz Italien.
Warum importiert Italien so viel spanisches Olivenöl?
Italien produziert ausgezeichnetes Olivenöl, aber einfach nicht genug, um die weltweite Nachfrage zu decken. Gleichzeitig sind italienische Marken weltweit enorm beliebt.
Deshalb importieren viele italienische Abfüller natives Olivenöl extra aus Spanien. Dieses Öl wird dann:
- mit italienischem Olivenöl gemischt;
- in Italien abgefüllt;
- unter einer italienischen Marke verkauft.
Dies geschieht völlig legal, solange die Herkunft korrekt auf dem Etikett angegeben wird.
Ist das Irreführung?
Nicht unbedingt. Gemäß den europäischen Vorschriften muss auf der Flasche deutlich angegeben werden, woher die Oliven stammen.
Sie können zum Beispiel Texte wie diese finden:
- Mischung aus Olivenölen, die aus der Europäischen Union stammen.
- Mischung aus Olivenölen, die aus Spanien, Italien und Griechenland stammen.
- Abgefüllt in Italien.
- 100% italienisches Olivenöl.
- DOP/IGP-zertifiziertes italienisches Olivenöl
Die letzten beiden Punkte bedeuten tatsächlich, dass alle Oliven aus Italien stammen. "Abgefüllt in Italien" sagt jedoch nur etwas darüber aus, wo das Öl abgefüllt wurde, nicht wo die Oliven wuchsen. Bei einer DOP/IGP wissen Sie sicher, dass es aus einer zertifizierten Region wie der Toskana stammt.
Bedeutet spanisches Olivenöl automatisch geringere Qualität?
Absolut nicht. Im Gegenteil. Spanische Produzenten gehören heute zu den am meisten ausgezeichneten der Welt. Jährlich gewinnen sie Dutzende internationaler Qualitätspreise.
Durch moderne Erntetechniken, schnelle Verarbeitung und viel Aufmerksamkeit für Qualität gehört Spanien gerade zur absoluten Weltspitze.
Das sehe ich auch bei den Produzenten, mit denen ich zusammenarbeite. Sie ernten früh, pressen die Oliven oft schon innerhalb weniger Stunden und legen großen Wert auf Geschmack, Frische und natürliche Antioxidantien wie Polyphenole. Unsere Produzenten gewinnen daher regelmäßig Preise mit ihrem nativen Olivenöl extra, wie zum Beispiel das Agatha Ruiz de la Prada und das Saqura.
Worauf sollten Sie als Verbraucher achten?
Wenn Sie eine Flasche Olivenöl kaufen, achten Sie nicht nur auf die Vorderseite des Etiketts.
Überprüfen Sie auch:
- die Herkunft der Oliven;
- ob es sich um natives Olivenöl extra handelt;
- die Ernteinformationen, falls angegeben;
- ob der Produzent transparent bezüglich der Herkunft ist.
Ein Produzent, der offen über die Herkunft seines Olivenöls ist, hat meist auch Vertrauen in sein Produkt.
Warum wähle ich bewusst spanisches natives Olivenöl extra?
Bei Casa Gomez verkaufe ich ausschließlich spanisches natives Olivenöl extra. Nicht, weil spanisches Olivenöl per Definition besser ist als italienisches. Sondern weil ich die Produzenten persönlich kenne.
Meine Familie hat ihre Wurzeln in der Sierra de Segura in Andalusien. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, mit Produzenten aus der Region zusammenzuarbeiten, die ich schon mein ganzes Leben kenne.
Für mich geht es bei gutem Olivenöl nicht um das Land auf dem Etikett. Es geht um die Qualität der Oliven, die Schnelligkeit der Verarbeitung, handwerkliches Können und vollständige Transparenz bezüglich der Herkunft.
Fazit
Italienisches Olivenöl kann ausgezeichnet sein. Spanisches Olivenöl ebenso. Das Wichtigste ist nicht, welches Land auf der Vorderseite der Flasche steht, sondern woher die Oliven wirklich stammen und wie das Öl produziert wurde.
Wer über das Etikett hinausblickt, entdeckt, dass ein Großteil der weltweiten Spitzenqualität einfach aus Spanien kommt.
Das ist etwas, worauf die spanischen Olivenbauern zu Recht stolz sein dürfen, und deshalb verkaufe ich es in meinem Webshop. Neugierig geworden? Bestellen Sie hier eine Flasche spanisches Olivenöl oder hier Bio-Olivenöl.